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Die Kluft wird immer größer

Die Kluft wird immer größer
Diese Landtagskandidaten stellen sich den Fragen von Moderator Georg Maria Balsen: Jochen Klenner ( CDU), Angela Tillmann (SPD)... FOTO: SPD
Mönchengladbach. Unter dem Titel „Soziale Arbeit – Welche Wahl hat NRW?“ hat die Katholische Liga für Donnerstag, 11. Mai, zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Politiker von CDU, SPD, Grünen und FDP nehmen kurz vor der Landtagswahl zu den Themen Kitas, Altenheime und Armut Stellung. Von Ulrike Mooz

In Mönchengladbach gibt es mehr als 40 000 Hartz IV-Empfänger und jedes dritte Kind lebt von der Grundsicherung. 2,5 Millionen Menschen in NRW sind arm, davon 640 000 Kinder und 480 000 alte Menschen – unpopuläre Themen meint die Katholische Liga Mönchengladbach, aber solche, die unbedingt auf den Tisch müssen. „Trotz sprudelnder Einnahmen und geringerer Arbeitslosigkeit wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer“, sagt Frank Polixa, Mitglied der Katholischen Liga und Geschäftsführer des Caritasverbandes. Die konjunkturelle Entwicklung sei gut, trotzdem verfestige sich die Armut.

Polixa ärgert sich als Geschäftsführer des Caritasverbandes ganz besonders über das Landes-Altenpflegegesetz GEPA, das die Einrichtungen zu immensen bürokratischen Aufwänden zwinge, die unter dem Deckmäntelchen der Transparenz Personal binden und Unsummen von Geld verschlingen würden. „Wenn heute der Hausmeister in unserer Einrichtung in Giesenkirchen die Wand streichen will, muss er erstmal einen Antrag ausfüllen, bevor er die Farbe kaufen gehen kann“, ärgert sich Polixa. Bundesländer wie etwa Bayern zeigten, dass es auch anders gehe.

Anne Bleumer, bei der Familienbildungsstätte Fachbereichsleiterin für Entwicklungs- und Erziehungsthemen ist das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) ein Dorn im Auge. Das beinhalte viele – auch gute – Anforderungen, allerdings fehle die finanzielle Grundlage und das Personal, um die Anforderungen umzusetzen. Inklusion, Sprachbildung, multikulturelle Arbeit, Armutssensibilität und Chancengleichheit seien Themen, wofür Ressourcen nötig seien, die nicht vorhanden sind. „Auch für Mönchengladbach ist eine finanzielle Absicherung und gute Qualität in den Kitas gefordert“, so Bleumer.

Martin Dalz, Geschäftsführer des Vereins Wohlfahrt und ebenfalls Ligamitglied, liegt das Thema Armut am Herzen. Er hat zusammen mit Volksverein, SKM, und Arbeitslosenzentrum bei Bedürftigen in Mönchengladbach eine Umfrage gestartet und 400 bis 500 Menschen kontaktiert. Die seien schwer zu motivieren gewesen, auf die Fragebögen habe es nur 113 Rückläufe gegeben. Tenor: Wahlversprechen werden nicht eingehalten. Gewünscht wurde die Verbesserung der Einkommensstruktur, menschenwürdige Behandlung, bezahlbarer Wohnraum und das Gefühl, gehört zu werden. Rund 50 Prozent sahen sich in einer Konkurrenzsituation zu den Flüchtlingen.

Für Donnerstag, 11. Mai, hat die Katholische Liga zu einer Podiumsdiskussion zu diesen Themen eingeladen. Die Landtagskandidaten Jochen Klenner (CDU), Angela Tillmann (SPD), Dr. Boris Wolkowski (Grüne) und Daniel Winkens (FDP) werden sich äußern.

(Report Anzeigenblatt)