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Blick über den Tellerrand

Blick über den Tellerrand
Die Pflegeschülerinnen (in grauen T-Shirts) Pamela Goerißen, Janine Huppertz und Karolin Leufen mit dem pädagogischen Mitarbeiter Sebastian Flüter und Projektbetreuer Markus Welters (v.l.) mit südafrikanischen Krankenpflegerinnen. FOTO: KBS
Mönchengladbach. Krankenpflege ist ein cooler Beruf, einer bei dem man was erlebt, Menschen kennen lernt und an dem man wächst - das jedenfalls finden vier Schülerinnen der KBS Akademie für Gesundheitsberufe. Vier Wochen haben sie in den Townships von Kapstadt Kranke mitversorgt. Von Ulrike Mooz

In Masiphumelele, einem Township von Kapstadt, ticken die Uhren anders als bei uns - auch in der Krankenpflege. „Da sind schon die Verletzungen ganz andere als in einer Wundklinik bei uns“, sagt Karolin Leufen, Schülerin der KBS Akademie für Gesundheitsberufe am St. Kamillus in Mönchengladbach. Die meisten Patienten seien mit Stichverletzungen, Hundebissen und Brandwunden gekommen. Auch die Sprechstunde ist ganz anders: Das Gebet gehört zum Beispiel genauso dazu, wie das offene Ohr für die Sorgen der Patienten. Und das kann schon mal dauern.

Karolin Leufen war mit ihren Kommilitoninnen Pamela Goerißen, Janine Huppertz und Michelle Olthues und den beiden Betreuern Sebastian Flüter und Markus Welters für vier Wochen in Kapstadt, um in der Wundklinik und dem ambulanten Pflegedienst der Organisation Living Hope den südafrikanischen Kolleginnen unter die Arme zu greifen und dabei den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand zu wagen. Das ging von der Versorgung von schweren Verletzungen bis zum Hausbesuch, um potenzielle Patienten überhaupt erstmal über das kostenlose Versorgungsangebot zu informieren. Im Gepäck hatten die Schülerinnen deutsches Wundheilwissen des zweiten Ausbildungsjahres und Spenden-Material für die Wundversorgung vor Ort. „Da wird viel improvisiert, weil Verbandsmaterial, Salben und Desinfektionsmittel meistens fehlen“, sagt Pamela Goerißen. Handschuhe würden oft mehrfach benutzt, Wunden mit Wasser gereinigt und statt Verbänden, das genommen, was gerade da ist - zum Beispiel Damenbinden.

Die Reise als Zusatzangebot gehört zum Angebot der KBS Akademie. Nach Kapstadt ging es zum ersten Mal. Andere Auszubildende sind schon in Israel, Brasilien oder Frankreich gewesen. „Ein Beispiel, dass der Beruf spannend und cool ist“, sagt Ausbildungsleiterin Susanne Leng, die es nervt, dass der Krankenpflegeberuf in der Öffentlichkeit häufig so schlecht gemacht wird.

(Report Anzeigenblatt)
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