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Bildung im Borussia-Park

Bildung im Borussia-Park
Freuen sich über die Eröffnung der Bildungsparks MG (v.l.): Sozialdezernentin Dörte Schall, Philip Hülsen (Geschäftsführer De Kull), David Büchler (Bildungsreferent), Leonard Bongartz (Bildungsreferent), Projektleiter Marius Künzel, Birger Schmidt (Vorsitzender Lernort Stadion), Stephan Schippers (Geschäftsführer Borussia Mönchengladbach) und Franziska Kegler (DFL Stiftung).
Mönchengladbach. Mit dem Bildungspark MG wird der Borussia-Park zum Klassenzimmer. Hier wird es in Zukunft verschiedene Workshops zur außerschulischen politischen Bildung geben. Initiiert wurde der Bildungspark vom Verein „De Kull“. Von David Friederichs

Für Philip Hülsen geht ein Traum in Erfüllung. Schon lange war der Geschäftsführer des Vereins „De Kull“ mit dem Gedanken schwanger gegangen, ein außerschulisches Bildungsangebot im Borussia-Park für Kinder und Jugendliche aufzubauen. „Der ursprüngliche Plan lag schon vor vier Jahren in meiner Schublade“, sagt Hülsen. Ein erster Versuch, Teil des „Lernstandorts Stadion“, einem Verein, der in verschiedenen Stadien der ersten bis dritten Liga verschiedene Bildungsoptionen anbietet, zu werden, scheiterte. „Wir haben dann das Konzept zerrissen und nochmal komplett neu erarbeitet.“ Maßgeblichen Anteil daran hatte Marius Künzel, der pädagogische Leiter des Projektes „Bildungspark MG“, das in dieser Woche im Borussia-Park vorgestellt wurde.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Namen und wie kommen Bildung und Stadion zusammen? „Das globale Phänomen Fußball mit der außerschulischen Bildungsarbeit zu verbinden, ist Kern des Bildungsparks MG. Der Borussia-Park bietet dafür den optimalen Rahmen“, verdeutlicht Künzel, der in der Projektarbeit von den beiden Bildungsreferenten David Büchler und Leonard Bongartz unterstützt wird. Insgesamt fünf verschiedene Workshops, alle kostenlos, sollen so in den kommenden Monaten im Borussia-Park starten.

Der Workshop „Queerlatte“ richtig sich gegen Homophobie und Sexismus in der Gesellschaft, in „Die moderne (Fußball-)Welt“ sollen die Teilnehmer den richtigen Umgang mit Social Media und Hass im Netz – sogenannter Hate Speech – lernen und dafür sensibilisiert werden. „Wir wollen auch Orte wie die Nordkurve nutzen, um dort gruppenpädagogische Spiele zu veranstalten“, verdeutlicht Künzel. Im Workshop „Heimspiel“ gehen die Kinder und Jugendlichen auf eine Erinnerungstour durch die Gladbacher (Fußball-) Geschichte und lernen so zehn Orte kennen, von Kriegsdenkmälern, über die Bibliothek bis hin zum alten Bökelberg. Die ein- bis dreitägigen Workshops richten sich an Schulklassen sowie Jugendfreizeit- und Fangruppierungen.

Mönchengladbach ist mittlerweile der 16. Standort, der unter der Schirmherrschaft von Lernort Stadion e.V. Bildungsarbeit im Fußballkontext leistet. Birger Schmidt gründete den „Lernort Stadion“ vor sechs Jahren in Berlin und freut sich, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten nun schon so viele Vereine dabei sind. Finanzielle Unterstützung erhält der Verein von der DFL-Stiftung. „Wir haben eine gesellschaftliche Aufgabe zu leisten. Hier können wir Jugendliche, abseits der Schule, für neue Themen begeistern“, erklärt Franziska Kegler von der DFL-Stiftung.

Ganz lokale Hilfe, nicht nur durch die Zurverfügungstellung des Borussia-Parks, bietet auch Borussia Mönchengladbach. „Wir haben durch die Borussia-Stiftung die Möglichkeit, insgesamt 20 000 Euro für die nächsten drei Jahre bereitzustellen und das Projekt damit für diesen Zeitraum zu sichern. Es ist ein besonderer Moment für uns. Es ist schön, wenn der Fußball dabei helfen kann, die politische Bildung von Jugendlichen zu fördern. Wir werden das Projekt daher intensiv begleiten“, verspricht auch Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers.

(Report Anzeigenblatt)