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Bauen wie bei Monopoly?

Bauen wie bei Monopoly?
Auf diesem Feld sollen die neuen Wohneinheiten entstehen. Die Anwohner vom Hommelshof befürchten ein Chaos, wenn die Bebauungsplanänderung tatsächlich in Kraft treten sollte.
Korschenbroich. Die Anwohner vom Hommelshof sind stinksauer. Als sie dort bauten, wurde das Gebiet mit einigen wenigen freistehenden Einfamilienhäuser vermarktet. Nun soll der Bebauungsplan geändert werden. Geplant sind 15 Wohneinheiten (fünf Doppelhäuser und fünf Reihenhäuser). Die Anwohner befürchten Chaos. Von der Redaktion

Anwohner Thomas Büschgens sieht als erste große Gefahrenquelle den Parkplatzmangel und die Behinderung des Durchgangsverkehrs: „Die geplanten 15 Wohneinheiten überfordern infrastrukturell die örtlichen Gegebenheiten. Die Straße ‚Am Hommelshof‘ ist eine wichtige Verbindungsstraße zur L381, die von zahlreichen Anwohnern in diesem Teil von Korschenbroich und auch in Pesch genutzt wird. Sie ist allerdings sehr schmal und im Bereich der Dreieckswiese auch noch durch Baumscheiben verkehrsberuhigt.“ Der zu erwartende Bedarf an Parkplätzen würde durch die geplanten fünf öffentlichen Parktaschen bei Weitem nicht gedeckt. Massive Verkehrsbehinderungen durch parkende Autos auch in angrenzenden Nebenstraßen seien vorprogrammiert. Außerdem befürchte man, dass die Kinder nicht mehr draußen spielen könnten wegen der fehlenden Sicherheit.

Das zweite Problem sei die Kanalisation. Bereits heute schon käme es durch Mängel in der bestehenden Kanalisation zu ständigen Störungen und massiven Geruchsbelästigungen. Auch die Kanalanlage im Bereich der Schreinerei Halfes sei für eine Aufnahme von weiteren 15 Hausanschlüssen nicht geeignet, so Büschgens gegenüber unserer Zeitung. Die Anwohner beklagen, dass die vorliegende Bebauungsplanänderung einen massiven Eingriff in den Charakter des Ortsteils darstellen würde: „Unser eher dörfliches Erscheinungsbild mit freistehenden Einfamilienhäusern erfährt durch die geplante Verdichtung, vor allem durch die Kettenhausbebauung, erstmals eine deutliche Veränderung in Richtung einer Wohnsiedlung.“

Thomas Büschgens sieht die Gefahr, dass die Bebauungsplanänderung nur der Wegbereiter für ähnliche, noch größere Bauprojekte sein könnte: „Sollte ein finanzstarker und einflussreicher Bauunternehmer ein derartiges Projekt erfolgreich und ungehindert umsetzen können, wird er auch in absehbarer Zukunft alle Hebel in Bewegung setzen, um in den Besitz weiterer Bauflächen zu kommen. Wenn dies Schule macht, wird demnächst gebaut wie bei Monopoly.“

Die Stadt möchte hingegen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die Infrastruktur am Hommelshof sei gut, heißt es dort. Vom 30. November bis 14. Dezember können alle Interessierten im Stadtentwicklungsamt den Bebauungsplan einsehen und eine Stellungnahme zu diesem abgeben.

(StadtSpiegel)