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Angst auf der Blauen Route

Angst auf der Blauen Route
Hannah Pongs wurde auf der blauen Fahrrad-Route in der Brucknerallee schon abgedrängt und verletzte sich leicht an parkenden Autos. Jetzt hat sie Angst. FOTO: Klaus Schröder
Mönchengladbach. Mönchengladbachs erste Fahrradstraße, die „Blaue Route“, hat nicht nur Fans. Anwohner der Brucknerallee berichten von Auto-Dränglern, Beleidigungen und gefährlichen Erlebnissen. Sie fordern Polizei und Politik auf, mehr zu kontrollieren und zu kommunizieren. Von Klaus Schröder

Hannah Pongs ist bestimmt nicht auf den Mund gefallen und weiß sich zu wehren - aber auf der neuen blauen Radstraße will sie am liebsten nicht mehr fahren. „Ich wurde von einem Autofahrer bedrängt und gegen einen parkenden Wagen gedrückt.“ Ihre Nachbarin, Margret Obenhaus, pflichtet bei: „Ich radele hier seit fast vierzig Jahren, aber gerade hat mich ein Auto überholt, indem es halb auf den Bordstein fuhr und der Fahrer brüllte mich an: ’Wie asozial ist das denn?’“ Und das nur, weil sie sich mittig auf der Radroute bewegte, wie ihr die Polizei empfohlen hatte. Nicole Apsel erzählt von ähnlichen Erfahrungen: „Ich fahre auch in der Mitte der Straße und ich ignoriere das Hupen, Schreien und die Beleidigungen. Wenn es zu schlimm wird, zücke ich mein Handy und mache ein Foto.“ Ihre zwölfjährige Tochter hat sie angehalten, sich von Autofahrern nicht verrückt machen zu lassen. „Aber natürlich sind das für uns immer Stress-Situationen.“

(StadtSpiegel)