| 16.30 Uhr

„Sportlärm macht uns kirre“

„Sportlärm macht uns kirre“
Sauer auf dem Balkon vor der Sportanlage: (v.l.) Helmut und Ewa Kamphausen, Peter Hallmann und Anton Haan. FOTO: schrö
Mülfort. Peter Hallmann hat nichts gegen Fußball, nicht mal gegen American Football. Aber der Busfahrer dreht am Rad, wenn den ganzen Sonntag über von der Schulsportanlage Mülfort Musik, Lautsprecherdurchsagen und Anfeuerungsrufe in seine Wohnung dröhnen. „Das macht uns kirre.“ Mit seinen Nachbarn sammelt er Unterschriften, die Stadt rät zu klagen, der American Sports Verein Wolfpack wendet sich per Mikro an die Bewohner: „Das ist keine Belästigung, das ist Sport.“ Von Klaus Schröder

Im Wohnzimmer von Familie Kamphausen an der Bruchstraße prasseln die Beschwerden über den Lärm nur so auf den Wochenblatt-Schreiber ein. Sie wollen ihn gar nicht weglassen, so sehr ärgert sie, womit sie ab April plötzlich konfrontiert wurden.

Ewa Kamphausen erklärt: „Der Verein hat bis dahin am Torfbend gespielt. Meine Mutter wohnt da und der Schall war lange nicht so schlimm, weil die Häuser im rechten Winkel zum Platz angeordnet sind.“ Als gelernte Bauzeichnerin versteht sie etwas davon. Am Torfbend beschloss die Stadt zu bauen, weshalb der Verein zur Schulsportanlage umziehen musste, dreißig Meter von Schlaf- und Wohnzimmer der Mieter entfernt, die hier 25, 28, ja sogar 45 Jahre leben. Eine wunderschöne grüne Gegend, sind sich alle einig. Deswegen haben sie in ihre Wohnungen investiert, zum Teil fünfstellige Summen. „Aber dann begann das monotone Trommeln – und das stundenlang.“ Der 65-jährige Anton Haan ist empört. „Lärm macht krank, und wir werden nicht jünger.“ Peter Hallmann hat beim Amt Anzeige erstattet. „Die Leute waren nett, konnten mir aber nicht helfen.“ Ein Mitarbeiter empfahl ihm, einen Rechtsanwalt einzuschalten.

Die Saison ist zwar zu Ende, Trainingseinheiten gibt es aber, und dann will der Verein noch eine Tribüne bauen. Für Peter Hallmann, der oft Sonntagmorgens um 2 von seiner Schicht heimkehrt, der Horror. „Dann geh’ ich richtig auf die Barrikaden.“

(StadtSpiegel)