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„Glyphosat gehört verboten“

„Glyphosat gehört verboten“
Der Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft ist umstritten. Heute Abend diskutieren die Mönchengladbacher Politiker über den Einsatz des Herbizids in der Stadt. FOTO: pixabay
Mönchengladbach (sg). Im Umwelt- und Feuerwehrausschuss heute Abend (17 Uhr im Rathaus Rheydt) diskutieren die Politiker über einen Antrag der Grünen, der ein Glyphosat-Verbot auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Stadt Mönchengladbach vorsieht. Von Sandra Geller

„Wir haben die Möglichkeit, das vor Ort zu stoppen. Alles andere wäre völlig verantwortungslos“, betont Karl Sasserath, Sprecher der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Gleiches gilt für Pestizide, Neonicotinoide (Insektizide) und gentechnisch veränderte Organismen.

Zum Hintergrund: Glyphosat ist das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt und ein sogenanntes Breitbandherbizid. Es tötet jede Pflanze, die nicht entsprechend gentechnisch verändert wurde. Bekannt ist es vor allem unter dem Namen „Roundup“ (Monsanto). Die Verwendung des Hauptwirkstoffs Glyphosat ist höchst umstritten. So hat die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Herbizid als „wahrscheinlich krebserregend“ und „erbgutschädigend“ eingestuft. Zudem macht der BUND den Einsatz von Glyphosat auf Ackerflächen für einen zunehmenden Verlust der biologischen Artenvielfalt verantwortlich.

Für die konventionelle Landwirtschaft bietet Glyphosat allerdings auch Vorteile, wie eine einfache, flexible und kosteneffektive Art der Unkrautbeseitigung. Zudem sei den Grünen klar, dass eine mechanische Unkrautbekämpfung durch Bodenbearbeitung, etwa durch Umpflügen oder maschinelles Ausreißen der Unkräuter als praktizierbare Alternative zu Glyphosat zu teuer sei. Hier könne man beispielsweise regelmäßig Bodendecker wie Klee und Gras zur Unterdrückung der Unkräuter aussäen, bei Mais und Getreide auch als Untersaat.

Unterm Strich bliebe nur ein Fazit: „In der Abwägung aller Pros und Contras müssen wir beim Einsatz von Glyphosat feststellen, dass die Nachteile überwiegen“, betont Sasserath. Durch den Verzicht von Glyphosat, Neonicotinoiden und sonstigen bienengefährlichen Mitteln sowie gentechnisch veränderten Organismen könne die Stadt Mönchengladbach jetzt ihrer Mitverantwortung für den Gesundheitsschutz ihrer Bürgerinnen und Bürger gerecht werden. „Wir können nicht so weitermachen wie bisher, denn die Belastungen von Natur und Umwelt, von Menschen und Tieren nehmen stetig zu“, fordert der Grünen-Fraktionssprecher. „Wir müssen diesen schädlichen Kreislauf endlich unterbrechen. Glyphosat gehört verboten.“

(StadtSpiegel)