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Wohin mit den Xhaka-Millionen ?

Wohin mit den Xhaka-Millionen ?
Sebastian Rode und Christoph Kramer im Zweikampf. Spielen beide in der kommenden Saison zusammen in Mönchengladbach? FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Auch wenn die offizielle Bestätigung bislang weiter auf sich warten lässt, der Wechsel von Granit Xhaka zum FC Arsenal ist fix. Doch wie sollten die rund 45 Millionen, die in Borussias Kasse fließen, am besten investiert werden? Von David Friederichs

An warmen Geldsegen hat sich Max Eberl in den vergangenen Jahren gewöhnt. Marco Reus wechselte 2012 für rund 18 Millionen nach Dortmund, 2014 gab es 12 Millionen für Marc-André ter Stegen aus Barcelona und jetzt? Rund 45 Millionen werden es wohl sein, die der FC Arsenal an Borussia Mönchengladbach überweisen muss, um sich die Dienste von Granit Xhaka zu sichern. Auch wenn Borussia einen Teil der Ablöse gleich an den FC Basel weiterleiten muss (Ausbildungsentschädigung, Beteiligung am Weiterverkauf), so bleibt dennoch eine beachtliche Summe, die Eberl nun für eine neuerliche Shopping-Tour zur Verfügung steht. Eins scheint klar: einen Eins zu Eins Ersatz für Xhaka wird es nicht geben, stattdessen wird die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden müssen. Ein Kandidat ist dabei Sebastian Rode vom FC Bayern. Allerdings wurde der 25-jährige in den letzten Jahren immer wieder von teils schweren Verletzungen zurückgeworfen. Ein Kreuzbandriss und zwei Knorpelschäden hat er bereits hinter sich. In München steht Rode nur in der zweiten Reihe und ein Wechsel scheint angesichts der Konkurrenz förderlich. Die rund 8 Millionen Euro Ablöse sind für Borussias prall gefüllte Kasse kein Problem.

Gut möglich, dass es aber auch zu einer spektakulären Rückholaktion kommt. Christoph Kramer, nach seiner zweijährigen Leihe erst im letzten Sommer nach Leverkusen zurückgekehrt, konnte alles andere als zufrieden sein mit der letzten Saison. Auch die EM in der Schweiz verpasste er nach seinen wechselhaften Leistungen. In Mönchengladbach würde Kramer auf viele alte Bekannte treffen und ein Umfeld vorfinden, dass ihn zum Nationalspieler gemacht hat. Allerdings dürfte Kramer alles andere als günstig werden.

Klar scheint unterdessen der Transfer von Jannik Vestergaard von Werder Bremen an den Niederrhein. Der 1,99 Meter große Innenverteidiger kostet dem Vernehmen nach rund 10 Millionen Euro Ablöse. Wie die Bild-Zeitung berichtet, steigt Borussia zudem ins Wettbieten um Breel Embolo vom FC Basel ein. Auch der VfL Wolfsburg, RB Leipzig und der FC Liverpool zeigen Interessen am 19-jährigen Schweizer Nationalspieler, doch Borussia kann als einziger Verein auch eine Perspektive im internationalen Wettbewerb bieten. Mit Xhaka und Yann Sommer hatte Borussia schon in den vergangenen Jahren gut Erfahrungen mit Talenten aus Basel gemacht, rund 20 Millionen soll Eberl bereit sein, für den Stürmer zu bieten.

Eberl muss also erneut beweisen, dass er hohe Ablösen gut wieder in die Mannschaft reinvestieren kann. Enttäuschungen wie bei Luuk de Jong oder Josip Drmic sind auch hier nicht ausgeschlossen, dennoch darf sich Eberl weiter auf seine zumeist gut Spürnase verlassen.

(StadtSpiegel)