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„Wir brauchen die Unterstützung der Fans“

„Wir brauchen die Unterstützung der Fans“
Volle Unterstützung haben Borussias Spieler beim Auswärtsspiel in Leipzig erst nach 19 Minuten. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. 19 Minuten lang wollen Borussias Fans beim Auswärtsspiel in Leipzig schweigen, ehe die rund 5 000 Anhänger ihre Mannschaft in vollem Maße unterstützen. Borussias sportliche Leitung kann den Protest zwar nachvollziehen, appelliert aber an die Fans. Von David Friederichs

Die Entwicklung, die der Verein Rasenballsport Leipzig in den vergangenen Jahren genommen hat, ist enorm. 2009 stieg der Energy-Drink Hersteller Red Bull bei den Sachsen ein, mit vielen Millionen ebnete man sich den Weg aus der Oberliga bis ins Fußballoberhaus. Gerade die Finanzkraft ist vielen Fans ein Dorn im Auge. So wurden vor der Saison rund 50 Millionen Euro in den Kader investiert, und das, wie Sportdirektor Max Eberl sagt, aus einem "Kaltstart". Damit lag man noch vor der Borussia und hatte auf der anderen Seite keine nennenswerten Transfererlöse, wie aus dem Verkauf von Granit Xhaka auf Seiten des VfL. "Positiv gefährlich" sind die Leipziger für Eberl, denn neben den Millionen steht hinter RB auch ein klares Konzept. "Sie sind sportlich eine Gefahr für alle Mannschaften. In den kommenden ein bis zwei Jahren werden sie oben angreifen." Daher ist Leipzig kein klassischer Aufsteiger, wie man ihn in Freiburg oder die Jahre davor in Darmstadt oder Ingolstadt vorfand, sondern eher ein erwachter Riese, der in großen Schritten nach oben drängt.
Auch Borussias Fans sehen das, allerdings deutlicher kritischer als der VfL-Sportdirektor. Von "Brauseklub" oder "Plastikverein" ist da oft zu lesen. Schließlich legen die Anhänger der Borussia viel Wert auf die Tradition ihres Vereins, es macht sie stolz, eine Geschichte mit Höhen und Tiefen zu haben. Hart erarbeitet hat sich der VfL den Wiederaufstieg in die Spitzenklasse, eine Position, die es morgen Abend gegen den gut gestarteten Aufsteiger zu verteidigen gilt. Allerdings müssen die Spieler dabei in den ersten 19:00 Minuten auf die Schlachtrufe ihrer Anhänger verzichten. Zum stillen Protest hat die Fanszene aufgerufen. "Ich hoffe aber, dass sie die restlichen 71 Minuten richtig Dampf machen werden. Wir brauchen die Unterstützung unserer Fans", richtet André Schubert einen Appell an den VfL-Tross.
Rein sportlich wird es darum gehen, die letzten beiden Auswärtsauftritte in Freiburg und Manchester hinter sich zu lassen und stattdessen auch auf fremden Platz ähnlich dominant aufzutreten, wie am letzten Samstag insbesondere in der ersten Hälfte gegen Bremen.