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Raffaels Ausrufezeichen

Raffaels Ausrufezeichen
Nach der Vertragsunterzeichnung hatte Raffael allen Grund zum jubeln. Bis 2019 wird er das Trikot von Borussia Mönchengladbach tragen. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Die Zeiten, in denen internationale Topvereine sich bei Borussia bedienen, sind zwar noch nicht völlig vorbei, doch schafft es Max Eberl mittlerweile auch, seine Stars zu halten. Raffael schlug sogar das Angebot eines Champions League Dauergastes aus und verlängerte vorzeitig bis 2019. Von David Friederichs

Raffael ist nicht gerade als Lautsprecher bekannt. Eher selten ist er an Mikrofonen der Journalisten zu sehen oder im Presseraum der Borussia. Am Montag aber saß er eben dort auf der Bühne - mit einem T-Shirt von Borussia Mönchengladbach, das Statement genug war. Raffael bekennt sich zu Borussia und verlängerte seinen Vertrag vorzeitig um ein Jahr bis Juni 2019. „Der Verein hat sehr um mich gekämpft“, sagte der Brasilianer mit gewohnt leiser Stimme. Ein Kampf, der sich am Ende auszahlte - und das obwohl, wie Sportdirektor Max Eberl sagte, auch ein Verein um ihn gebuhlt hatte, der Dauergast in der Champions League ist und finanziell ganz andere Möglichkeiten als die Borussia hat. „Das macht und stolz. Viele andere Vereine werden sich jetzt ärgern“, so Eberl mit einem süffisanten Lächeln.

Softskills sind es, die Borussia ausmachen würden, Offenheit und Ehrlichkeit beispielsweise. Argumente, die Raffael sogar über die finanziellen Anreize stellt. „Meine Familie und ich haben uns seit dem ersten Tag hier sehr wohl gefühlt, warum sollte ich also wechseln“, verdeutlichte der Brasilianer, der vor drei Jahren aus Kiew an den linken Niederrhein gekommen war, und seither 40 Tore in 92 Spielen erzielte und in allen Spielzeiten Topscorer des Vereins war.

Für Max Eberl ist die Vertragsverlängerung ein Ausrufezeichen, ein Signal an die Konkurrenz, dass die Borussia nicht mehr nur Ausbildungsverein sei, sondern man hier auch die Möglichkeit habe, den dritten oder vierten Schritt zugehen. Raffael ist dafür ebenso ein Beispiel wie zuvor schon der Wechsel von Christoph Kramer.

Nachdem Eberl mit Raffael nun eine „große Baustelle“ geschlossen hat, wird es in den kommenden Wochen darum gehen, die Verträge mit Alvaro Dominguez und Andreas Christensen zu verlängern. Geld ist im Falle Christensen noch genügend vorhanden, zumal Eberl deutlich machte, dass die Transferbemühungen nun abgeschlossen seien. „Ich werde mich also nicht zurücklehnen“, betonte Eberl.

(StadtSpiegel)