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Hahn betreibt Eigenwerbung

Hahn betreibt Eigenwerbung
André Hahn hätte sich sein Startelf-Comeback nicht schöner vorstellen können. Seine gute Leistung krönte er mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. So ein Startelf-Comeback wünscht sich wohl jeder Profi: André Hahn krönte seines beim 5:0 gegen Hertha BSC Berlin nicht nur mit einem Tor, sondern auch mit einer couragierten Leistung. Mit seiner Art des Fußballspielens brachte er eine neue Qualität ins Angriffsspiel der Borussia. Von David Friederichs

André Schubert hatte es schon auf der Pressekonferenz vor dem Spiel angekündigt. „Wir werden Raffael nicht eins zu eins ersetzen können. Aber derjenige, der für ihn spielt, bringt halt andere Qualitäten mit auf den Platz.“ Raffael, dieser spielerische Feingeist, der sich gerne mal tief fallen lässt, um dann mit Tempo auf die Abwehr zuzugehen, fehlte, André Hahn durfte ran. Fünfeinhalb Monate nach seiner schweren Verletzung, nach langen Einheiten in der Reha, stand er wieder von Beginn an auf dem Platz. Vielleicht hatten die Schreiber des Fohlen-Echos einen Tipp von Schubert erhalten, schließlich zierte Hahn sogar den Titel der aktuellen Ausgabe. „Der Rückkehrer“ war darauf zu lesen - der triumphale Rückkehrer wollte man nach dem Spiel hinzufügen. Von Beginn an war Hahn anzumerken, dass er sich beweisen wollte. Er lief gemeinsam mit seinem Sturmpartner Lars Stindl und Thorgan Hazard die Berliner früh und konsequent an, verhinderte so einen kontrollierten Spielaufbau der Gäste. „Wir haben früh gepresst und Druck gemacht“, analysierte der 25-jährige. Dass er seine starke Leistung am Ende sogar mit dem Tor zum wichtigen 2:0 krönte, passte gut ins Bild. Kurz darauf durfte er vom Platz, erhielt stehende Ovationen vom Publikum. „Das war einfach Gänsehaut pur.“

Trotz der starken Leistung, könnte Hahn aber schon am kommenden Wochenende wieder die Bank drohen, dann, wenn Raffael seine Verletzung auskuriert hat. Denn im Normalfall ist der Brasilianer gesetzt und Hahn müsste sich wohl wieder hinten anstellen. Dann würde er die schon gegen Berlin prominent besetzte Bank noch prominenter machen.

Am Ende aber wird nur zählen, dass man endlich auch auswärts zu punkten beginnt. Dass das in Ingolstadt am kommenden Samstag aber alles andere als einfach werden dürfte, musste der FC Schalke schmerzlich am eigenen Leib erfahren. Allerdings darf man derzeitig an der wirklichen Stärke der Gelsenkirchener große Zweifel haben. „Wir sind hoch motiviert und haben eine sehr hohe Qualität im Kader, egal wer spielt oder noch ins Spiel reinkommt. Und wenn wir so auftreten wie in den zurückliegenden Spielen und dazu noch unsere Möglichkeiten nutzen, mache ich mir keine Sorgen“, ist Hahn dennoch optimistisch, endlich den ersten Auswärtssieg der Rückrunde einfahren zu können.

(StadtSpiegel)