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Das Ende vom Elfmeterpunkt

Das Ende vom Elfmeterpunkt
Branimir Hrgota (l.) verwandelte für Eintracht Frankfurt den entscheidenden Elfmeter zum Finaleinzug. Bei den Borussen blieb am Ende nur Enttäuschung. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach scheitert im Pokalhalbfinale im Elfmeterschießen an Eintracht Frankfurt. Ausgerechnet der Ex-Borusse Branimir Hrgota verwandelt den entscheidenden Elfmeter. Von David Friederichs

In der ersten Halbzeit ausgewechselt zu werden gilt mitunter als Höchststrafe im Fußball. Gerade einmal 40 Minuten waren auf der Uhr, als Dieter Hecking genug gesehen hatte. Oscar Wendt, normalerweise einer von Borussias Zuverlässigsten, musste runter - Nico Schulz kam. Es hätte auch Andere treffen können, beispielsweise Nico Elvedi. Doch Wendt war bereits Gelb vorbelastet, Hecking hatte Angst, dem 0:1-Rückstand mit zehn Mann hinterherlaufen zu müssen. Apropos hinterherlaufen: das war es, was der VfL bis zu diesem Zeitpunkt gemacht hatte. Frankfurt presste früh, die Borussia hatte keine Mittel, spielerisch das Mittelfeld zu überbrücken. So blieben meist lange Bälle, die postwendend zurück kamen. Versuchte man es doch einmal spielerisch, prägen Ballverluste das Spiel der Borussia. Frankfurt war aggressiver in den Zweikämpfen, schaltet schnell um und die Borussia wirkte wie ein torkelnder Boxer. Frankfurt aber verpasste es, den zweiten entscheidenden Schlag zu setzen. Stattdessen nahmen die Hessen einmal, um im Bild zu bleiben, die Deckung herunter. Flanke Traoré, Kopfballverlängerung Hahn und Jonas Hofmann bugsierten den Ball mit dem Knie über die Linie. Dass der Torschütze dabei leicht im Abseits stand, passte ins Bild. So recht wusste niemand im Stadion, wie dieses Ergebnis zu Stande gekommen sein konnte.

Einen Pokalfight hatten sich die Fans erhofft, doch der wurde auch in Hälfte zwei vermisst. Zwar stellte sich der VfL etwas besser auf das Frankfurter Spiel ein, besser wurde die Partie dadurch aber nicht. Strafraumszenen blieben Mangelware - jetzt auf beiden Seiten. Beide Mannschaften hatten mehr und mehr Angst, den entscheidenden Fehler zu machen. So kam es wie es kommen musste: Verlängerung!

Frankfurt schien so langsam am Ende der Kräfte, die Borussia mobilisierte noch einmal Kraftreserven, war jetzt die bessere Mannschaft, wollte die Lotterie Elfmeterschießen vermeiden. Die Borussia rannte an, zeigte jetzt das, was man sich schon in den 90 Minuten zuvor erhofft hatte. Doch alle Versuche scheiterten, so dass am Ende doch die Entscheidung vom Punkt fallen musste. Lars Stindl, Patrick Herrmann, André Hahn, Tobias Strobl und Lazlo Bénés trafen allesamt sicher, da auch Frankfurt alle fünf Elfmeter traf, ging es auch hier in die Verlängerung, Christensen und Varela versagten die Nerven, nach Sows Fehlschuss war es schließlich ausgerechnet der Ex-Borusse Branimir Hrgota, der das Aus der Borussia im Halbfinale besiegelte.

(StadtSpiegel)