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Gladbach verteilt Gastgeschenke

Gladbach verteilt Gastgeschenke
Ungläubiger Blick in Richtung Anzeigetafel: Jannik Vestergaard konnte es nicht fassen, wie seine Borussia in der zweiten Halbzeit Leverkusen zu Kontern einlud. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Gegen Bayer Leverkusen wird Borussia Mönchengladbach in der zweiten Halbzeit vorgeführt. Nach einer 1:0-Pausenführung, geht dem VfL nach dem Wechsel die defensive Ordnung komplett verloren. Bayer nutzt die sich bietenden Räume eiskalt, der VfL hingegen lässt beste Chancen ungenutzt und geht mit 1:5 unter. Von David Friederichs

Nach 69 Minuten strömten die Zuschauer in Scharen aus dem Stadion. Wenige Sekunden zuvor hatte Kevin Volland das 4:1 für Bayer Leverkusen besorgt. Die Anhänger waren bedient, zumindest über das, was sie in den zweiten, oder besser nur 24 Minuten gesehen hatten. Eigentlich kaum zu verstehen, wie eine Mannschaft innerhalb kürzester Zeit ein Spiel aus der Hand gab, das man in der ersten Halbzeit klar dominierte, später aber zum Debakel wurde. Das schnelle Umschalspiel ist seit Jahren ein Markenzeichen der Werkself und genau zu diesem lud der VfL den Gegner in der zweiten Hälfte regelrecht ein. Fiel das zu diesem Zeitpunkt völlig überraschende 1:1 noch nach einem Standard, waren den Gegentoren zwei bis fünf jeweils haarsträubende Ballverluste vorausgegangen. Leverkusen nutze geschickt die Räume und zeigte den Hausherren auf, wo gerade im Defensivverhalten die Grenzen liegen.

Dabei hatte das Spiel mehr als vielversprechend begonnen. Bereits nach sieben Minuten nutze Fabian Johnson eine gut getimte Flanke von Thorgan Hazard, um am zweiten Pfosten zu vollenden. Für den US-Amerikaner war es der erste Treffer seit März diesen Jahres. Die Borussia hatte Spiel und Gegner im Griff, die Hecking-Elf übertraf sich anschließend aber im Auslassen bester Möglichkeiten. So scheiterte Hazard aus vier Metern freistehend an Bernd Leno, Oscar Wendt zögerte mit dem Abschluss etwas zu lange und wurde geblockt und Raffael trat nach einer flachen Hereingabe über den Ball. Auch Leverkusen tauchte zwei Mal gefährlicher vor dem Tor von Yann Sommer auf, dennoch hätte die Borussia zur Pause bereits mit mindestens drei Toren führen müssen.

Auch nach der Pause hatte die Borussia die erste Chance, Wendt aber entschied sich fürs Abspiel statt selber den Abschluss zu suchen. Während Leverkusen im Anschluss eiskalt die sich bietenden Chancen und Räume nutze, verzweifelten die Borussen entweder an Bernd Leno oder aber scheiterten an ihrem eigenen Unvermögen.

Nach dem 1:6 in Dortmund kassierte der VfL schon die zweite herbe Niederlage der Saison. Dass es nach dem überzeugenden Sieg in Bremen eine solche Bruchlandung geben würde, hatten wohl auch die größten Pessimisten nicht für möglich gehalten. Dem Anspruch, um die Europapokalplätze mitzuspielen, wird man in dieser Form jedenfalls nicht gerecht.

Lange bleibt aber nicht, um über die Niederlage nachzudenken. Schon am Dienstag geht es im Pokal zu Fortuna Düsseldorf. Da sollte man an die erste Halbzeit anknüpfen und die sich bietenden Chancen besser nutzen - sonst droht das nächste böse Erwachen.

(Report Anzeigenblatt)