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Doucourés Leidenszeit geht weiter

Mönchengladbach. Er kam vom französischen Top-Klub Paris St. Germain an den Niederrhein, vor drei Jahren wurde er mit Frankreich U17-Europameister. Bei Borussia begann für Mamadou Doucouré 2016 aber eine Leidenszeit, die bis heute andauert und nur kurz von einem Comeback unterbrochen wurde. Von Jan Finken

Nach 19 Minuten war schon wieder alles vorbei. Im Testspiel gegen Preußen Münster bedeutete Mamadou Doucouré der Gladbacher Bank, ausgewechselt werden zu müssen. Nach einer Grätsche fasste sich der junge Franzose ans Bein. „Es ist wohl etwas Muskuläres“, schwante Trainer Dieter Hecking nichts Gutes. Die genaue Diagnose stand am Freitag noch aus.

Schon wieder Doucouré, schon wieder der Muskel. Die Zeit des 20-Jährigen bei Borussia steht unter keinem guten Stern. Seitdem er im Juni 2016 von Paris St. Germain nach Gladbach gewechselt war, war er verletzt und bestritt bis Oktober 2018 kein einziges Pflichtspiel für die „Fohlen“. Zahlreiche andere europäischen Klubs hätten ihn damals gerne verpflichtet. Aber ausgestattet mit einem Fünfjahresvertrag, wollte Doucouré in Mönchengladbach den Grundstein für eine große Karriere legen. Doch dann begann für ihn eine Leidenszeit, die ihresgleichen in der jüngeren Bundesliga-Vergangenheit sucht. Seine Krankenakte startete mit dem letzten Pflichtspiel in Paris. Der Kapitän der A-Jugend von PSG zog sich einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu. Aus acht Wochen wurden 213 Tage Pause. Es folgte ein zweiter Muskelbündelriss, diesmal im Winter-Trainingslager von Borussia in Marbella: Operation, 329 Tage Pause, die komplette Saison 2016/17 war gelaufen.

Den nächsten Anlauf startete der französische Junioren-Nationalspieler im Sommer-Trainingslager 2017 in Rottach-Egern, wo er er erstmals richtig mit der Mannschaft trainieren konnte. Wenige Tage später der nächste Schock: Doucouré musste sich wieder in die Reha begeben. Im Dezember erlitt er dann einen weiteren Muskelbündelriss und im Februar 2018 einen Muskelteilriss. Damit war für ihn auch die Saison 2017/18 vorzeitig beendet.

Der nächste Neustart im Sommer, Doucouré arbeitete auf sein Comeback hin – das dann im September 2018 beim Testspiel gegen den VfL Bochum tatsächlich auch erfolgte. Zehn Minuten lang trug er als Einwechselspieler das erste Mal seit seiner Verpflichtung vor über zwei Jahren das Gladbach-Trikot, kürzlich folgte bei der U23 der erste Pflichtspieleinsatz von Beginn an.

Die jüngste Verletzung ist nun wohl die bitterste für Doucouré, der Hoffnung geschöpft hatte, bald auch bei den Profis zu debütieren. Doch dies scheint nun erneut in weite Ferne gerückt.

(Report Anzeigenblatt)