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Borussia ist für Kramer Herzenssache

Borussia ist für Kramer Herzenssache
Zwei, die um die Wette strahlen: Max Eberl (l.) und Christoph Kramer bei der Vorstellung im Borussia-Park. FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. „Da ist er wieder!“ Mit diesen Worten begrüßte Borussias Pressesprecher Markus Aretz Rückkehrer Christoph Kramer und der Nationalspieler als auch Sportdirektor Max Eberl konnten sich das Schmunzeln nicht verkneifen. Nach nur einem Jahr ist Kramer also zurück bei der Borussia - und hat wichtige Erkenntnisse gesammelt. Von David Friederichs

Im Fußball ist es manchmal wie in der Liebe. Oft merkt man erst, was man an einem hatte, wenn man diesen eben nicht mehr hat. Zwar wusste Christoph Kramer Borussia immer zu schätzen, doch wie entscheidend Herz und Leidenschaft gerade neben dem Platz sind, hat er erst nach seinem Wechsel in Richtung Leverkusen gemerkt. „Ich hatte bei Borussia eine unfassbar tolle Zeit. Im letzten Jahr hat mir etwas gefehlt“, sagt der 25-jährige. Dennoch machte der Nationalspieler deutlich, dass es jetzt keine Entscheidung gegen Leverkusen gewesen sei, sondern eine für Borussia - und zwar eine bewusste.

Nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer war der Kontakt an den Niederrhein nie angebrochen. „Wir haben uns regelmäßig upgedatet“, sagt auch Max Eberl. Und als sich nach der Saison eine Chance auftat und Leverkusen gesprächsbereit war, nutzte der Sportdirektor die Gunst der Stunde. „Natürlich waren es harte Gespräche, aber wir haben jetzt eine Lösung gefunden, die für alle Beteiligten in Ordnung ist.“

Mit Kramer hat die Borussia nun einen Ersatz für Granit Xhaka gefunden, der zwar von seiner Spielweise den Schweizer nicht eins zu eins wird ersetzen können, der aber mit seiner Spielweise, seiner Persönlichkeit und seiner Erfahrung der jungen Mannschaft Halt geben soll. Da Kramer zudem noch viele Spieler der Mannschaft kennt, wird die Eingewöhnungszeit quasi wegfallen. Im Hinblick auf die Mitte August bereits anstehende Champions League Qualifikation ein nicht zu unterschätzender Faktor. Auch deshalb spricht Eberl vom „idealen Transfer“ auf der Position im zentralen Mittelfeld.

Dass die jetzt gezahlte Transfersumme von rund 15 Millionen Euro, eine Größenordnung, die Borussia bisher noch für keinen Spieler investierte, vielleicht eine Bürde sein könnte, ist für Kramer indes kein Thema. „Ich empfinde es eher als Wertschätzung. Ich will mit Leistung das Vertrauen des Vereins in mich zurückzahlen und Verantwortung auf dem Platz übernehmen“, so Kramer. Auf das Zusammenspiel mit Mo Dahoud freut er sich dabei besonders, schließlich habe er in zahlreichen Trainingseinheiten schon mit ihm gut harmoniert. „Mo macht es einem aber auch leicht, neben ihm zu spielen“, lässt der Nationalspieler seine Vorfreude durchblicken.

(Report Anzeigenblatt)