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Blutleere Vorstellung der Borussia

Blutleere Vorstellung der Borussia
Auch der zuletzt starke Thorgan Hazard blieb beim Spiel in Ingolstadt blass und entwickelte kaum Torgefahr. FOTO: Getty Images
Ingolstadt. So wird das nichts mit der Champions League: Nach dem Gala-Auftritt gegen Berlin lässt Borussia Mönchengladbach in Ingolstadt alles vermissen und unterliegt verdient mit 0:1. Moritz Hartmann bestraft enttäuschende Borussen mit seinem Tor kurz vor Schluss. Von David Friederichs

Vielleicht wäre alles anders gelaufen, wenn André Hahn nach nur acht Minuten alleine vor Ramazan Özcan die Nerven bewahrt und die frühe Führung besorgt hätte. Denn es war im Prinzip die einzige große Torchance, die sich der VfL in Ingolstadt erspielte. Mit der gleichen Anfangsformation wie gegen Berlin wollte Trainer André Schubert endlich den ersten Auswärtssieg der Rückrunde, doch diesen Willen konnte man bei seinen Spielern nicht erkennen. Ingolstadt presste früh mit drei Stürmern, zwang die Borussen und insbesondere Yann Sommer immer wieder zu langen Bällen, die allerdings fast im Handumdrehen wieder zurückkamen. Wenn es der VfL dann doch einmal mit Kurzpässen aus der eigenen Hälfte versuchte, war spätestens nach drei Kombinationen Schluss. Ingolstadt war konsequent und aggressiv in den Zweikämpfen, die Borussen auf der anderen Seite leisteten sich zahlreiche Fehlpässe und Stoppfehler. Zu allem Überfluss musste Granit Xhaka in der ersten Hälfte schon seine fünfte Gelbe Karte hinnehmen und wurde zur Halbzeit von Schubert aus dem Spiel genommen.

Auch in Abschnitt zwei änderte sich am Geschehen auf dem Rasen wenig. Der VfL kam kaum einmal gefährlich über die Mittellinie, Ingolstadt auf der anderen Seite näherte sich mehr und mehr dem Tor von Sommer an. Lukas Hinterseer setzte einen Abstauber über das Tor, Danny da Costa scheiterte an Sommer. Als man sich schon fast mit dem Punkt abgefunden hatte, verlor Nico Elvedi Moritz Hartmann aus den Augen und der Ingolstädter Stürmer erzielte den umjubelten und verdienten Siegtreffer.

Nur ein Punkt aus sechs Auswärtsspielen in der Rückrunde sind für Champions League Ambitionen eindeutig zu wenig. Außerdem verpasste man es, die Vorlage aus Berlin zu nutzen und bis auf einen Punkt an die Hauptstädter heranzukommen. In der kommenden Woche muss nun in Hannover der erste Auswärtssieg seit Oktober her. Allerdings bedarf es dann einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zum Auftritt in Ingolstadt, zumal Hannover um seine allerletzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt kämpfen wird.

(Report Anzeigenblatt)